Step Up 3D – eine neue Dimension des Tanzfilms

30 08 2010

Seit letztem Donnerstag läuft nach dem europäischen StreetDance 3D nun der erste amerikanische stereoskopische 3D-Tanzfilm “Step Up 3D” auch in den deutschen Kinos. Natürlich interessieren mich die Besonderheiten des Films, der als erster Teil der Franchise als dreidimensionale Fassung gedreht wurde.

Den Filmemachern war klar, dass sie auf allen Ebenen noch einen draufsetzen mussten, um “Step Up 2: The Streets” und „Step Up“ zu überbieten. Der Regisseur Jon M. Chu meint dazu: “Step Up 2: The Streets” war wie ein Bilderbuch, deshalb stellte ich mir den Nachfolger als ein etwas komplizierteres Märchen vor. In STEP UP 3D gibt es dunklere Charaktere, die aus dem Schatten heraustreten, um auf dieser Underground-Spielwiese, auf der alles möglich ist, mitzumischen.“ Dazu meint der Produzent Patrick Wachsberger: “Wir suchten nach frischen neuen Wegen, um das Franchise in die nächste Ebene zu heben. 3D entpuppte sich als perfekte Lösung, um buchstäblich einen Schritt weiter zu gehen. Die Filme haben den Zuschauern schon immer das Gefühl gegeben, dass sie Zeuge der besten Tanzparty sind, die es jemals gab. Aber jetzt, in 3D, ist es, als ob sie bei der besten Tanzparty mittendrin wären.“

Chu fand in dem neuen Medium endloses Potential. „Bei den alten, klassischen Musicals dreht sich das Bildfeld mit den Tänzern und wird so ein Teil des Tanzes. Mit 3D können wir das Bildfeld in eine ganz neue Ebene bringen, in der das Publikum nicht nur zuschaut, sondern alles hautnah erlebt“, erklärt er. „Das ist wie ein Duett zwischen dem Publikum und den Tänzern.“ Jennifer Gibgot von der Produktionsfirma Offspring Entertainment ergänzt: “Wir haben bei den Tanzszenen besondere Passagen für 3D choreografiert. Mein Lieblingskommentar nach einem Screening neulich kam von einer Jugendlichen, die meinte: ‘Es fühlte sich an, als würde mich der Tanz attackieren, aber auf eine positive Weise.“ “Tanz in 3D zu drehen bietet haufenweise Möglichkeiten, ihn auf völlig neue Arten zu erleben“, fügt Chu hinzu. “Die Tänzer springen dir geradezu auf den Schoß und drehen sich direkt vor deiner Nase.“ Dazu sagt Shankman: “Tanz bietet sich der 3D-Technologie geradezu an. Es war unglaublich spannend, beides miteinander zu vereinen und der erste zu sein, der mit der neuen Technologie diese Kunstform hervorheben kann.“

Mit 3D auf die Straßen New Yorks zu gehen, war eine Chance und Herausforderung gleichermaßen. Chu betont: “Das ist, als ob man mit einem anderen Pinsel arbeitet und man sich erst eine neue Methode aneignen muss, um ihn zu benutzen.“ Um sicherzustellen, dass die empfindliche Kameraausrüstung dem heftigen Tempo beim Dreh standhalten würde, wandten sich die Filmemacher an den Kameraspezialisten Vince Pace. Seine Firma zeichnet für die Gestaltung der revolutionären Technologie bei kürzlich erschienenen Kassenhits verantwortlich und stellt 3D-Kamerasysteme her. Während der Arbeit an Chus ausgefeilten Tanzkonzepten wurde das meist sehr wuchtige und empfindliche Equipment mehrfach auf die Probe gestellt. Pace machte die Kamerasysteme stromlinienförmiger, so dass schnelle Bildwechsel flüssiger aufgenommen werden konnten und dabei atemberaubende 3D-Perspektiven entstanden.

Kameramann Ken Seng, der zuvor an dem Thriller “Obsessed” gearbeitet hatte, sollte auf Wunsch der Filmemacher den Look des Films sowohl aus der 2D- als auch aus der 3D-Perspektive integrieren. Der Drehort war für Seng eine Inspiration, genau wie für Chu und seine Tänzer. „Es ist einfach unglaublich toll, an diesen einzigartigen Schauplätzen zu drehen“, erzählt Seng. “Dadurch, dass man alles in 3D herüberbringen kann, ist man wirklich mittendrin. Mein Ziel war es, das Gefühl zu vermitteln, das ich mit 20 hatte, als ich hierher zog. Voller Verwunderung lief ich damals zum ersten Mal durch die Stadt. Genau dieses Gefühl wollten Jon und ich dem Publikum vermitteln. Wir haben 3D nicht als Novum gesehen, sondern als ein Werkzeug, mit dem wir den Zuschauer durch Kranaufnahmen und eine dynamische Kamera direkt in New York City eintauchen lassen.“

Die Filmemacher setzten die Choreografie sowie das Licht- und Produktionsdesign gezielt ein, um mehr Tiefe zu erzeugen. Durch Mehrschichtigkeit wurde die 3D-Optik verstärkt. Seng freute sich auf die Arbeit mit der brandneuen Technologie und entschied schon früh, bei seinen ehrgeizigen Plänen in puncto Licht ‘groß ranzugehen’. Diese Herangehensweise passte perfekt zu Chus Philosophie. “Eigentlich ist STEP UP 3D ein Actionfilm”, erklärt der Kameramann. “Es gibt so viele unglaubliche Tanzszenen und man möchte die Kamera ganz schnell drehen und vom Boden aus filmen, um jede Bewegung einzufangen.”

Einer der größten und auch wirklich beeindruckenden Vorteile von 3D-Aufnahmen ist, dass man sich dank eines riesigen Monitors am Set die Szenen sofort in Echtzeit anschauen kann. Es gehörte schon zum Alltag dazu, Schauspieler und Crewmitglieder mit 3D-Brillen im Kreis um die Videomonitore herum zu sehen. Der spürbare Enthusiasmus war ein gutes Zeichen, betonen die Filmemacher. Chu fügt hinzu: “Im Grunde erzeugt unser Film eine völlig neue Erfahrung in 3D, das war die harte Arbeit wert. Ich glaube, dass auch die Zuschauer das sehen werden. Sie werden von den Charakteren begeistert sein und gleichzeitig einige der besten Tänzer der Welt erleben.”

Step Up 3D läuft seit dem 26. August bundesweit in den 3D-Kinos- und konnte sich auf Anhieb Platz 1 der Kinocharts sichern.

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Besucher oder Einspiel? Step Up 3D kämpft mit den Expendables um den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts

30 08 2010

Senioren-Actionstars oder 3D-Tanzfilm-Franchise? Der Spitzenplatz der deutschen Kinocharts ist erneut eine Frage der Sichtweise.
In den USA ist der dritte Teil von Jon Chus StreetDance-Reihe Step Up 3D im Vergleich zu seinen Vorgängern etwas schwach gestartet. An der deutschen Kinokasse entfaltet der 3D-Tanzfilm sein Portential, über 274.500 Besucher lockte der Film in 372 stereoskopische Kinos. Anders als in den USA ist Step Up 3D der stärkste Film der Reihe, “Step Up” konnte bei Start 122.428 Besucher ziehen, “Step Up 2 the Streets” am ersten Wochenende 193.278. Dank des zusätzlichen 3D-Aufschlags liegt Jon Chus Film bei einem Umsatz von 2,8 Mio. Euro. Gesamt zeigen 311 3D-Leinwänden den Filme, diese sorgen für 90% des Umsatzes.

Nach Besuchern liegt allerdings der alte Haudegen Sylvester Stallone mit seinem Action-All-Star-Cast in “The Expendables” vorn. In gesamt 525 Kinos gestartet, konnte er gute 290.000 Besucher zu einem Ticketkauf bewegen und erreichte damit ein Einspiel von 2,1 Mio. Euro. Ähnlich wie bei “StreetDance 3D” und “Prince of Persia”, die sich über mehrere Wochen ein Einspiel-versus-Besucher-Chart-Duell lieferten. Die finanzielle Macht von 3D: deutlich weniger Kopien, weniger Kopien, aber trotzdem mehr Einspiel.

Luke geht auf Tuchfühlung

Luke geht auf Tuchfühlung

Der Spitzenreiter der Vorwoche kam in dieser Woche auf Platz drei der deutschen Kinocharts: M. Night Shyalamans “Die Legende von Aang ” begeisterte am zweiten Wochenende knapp 245.000 Zuschauer. Das bedeutet ein Einspiel inklusive der 3D-Zuschläge von knapp 2,2 Mio. Euro.

Wer ist eure Nummer Eins- Step UP 3D oder The Expendables?

Bild © Constantin · Alle Rechte vorbehalten.



Wenig Platz auf der Leinwand, fortlaufendes Einspiel – die 3D-US-Kinocharts der Woche

30 08 2010

Montags gibt es ja in aller Regelmäßigkeit die Kinocharts aus den USA, wobei mich natürlich besonders der 3D-Effekt interessiert. In dieser Woche gab es keinen 3D-Neustart, aber die 3D-Filme der letzten Woche performen weiterhin auf den stereoskopischen Leinwänden. Wobei, einen Neustart gab es doch, James Cameron brachte den Mega-Blockbuster “AVATAR- Aufbruch nach Pandora” in einer 9 Minuten längeren Fassung als Special Edition zurück in die 3D-Kinos.

Vier Plätze runter ging es in der zweiten Woche mit Alexandre Ajas 3D-Splattertrash-Remake von “Piranha 3D”. Mit einem Einspiel von 4,3 Mio. Dollar zieht es den beißwütigen Fischen bereits in der zweiten Woche die Zähne- es reicht noch für Platz Zehn. Gesamte 18,2 Mio. Dollar Einspiel lassen die 24 Mio. Dollar Produktionskosten für den postkonvertierten 3D-Film durchaus zum Erfolg werden, die Produktionsfirma Dimension Films hat bereits das Sequel angedroht. Mal gucken, ob es dann auch Piranha 4D wird…

Die AVATAR- Special Edition wurde in 812 Kinos erneut auf die Leinwand gebracht, ausschließlich in der 3D-Fassung. Mit einem Einspiel von rund 4 Mio. Dollar- im Vergleich zu den bisherigen 2,7 Milliarden Dollar Einspiel Kleingeld, reicht es für Platz 12. Nicht gigantisch, aber ein sehr guter Kopienschnitt von rund über 4900 Dollar pro Kopie. Bei uns startet die Extended Special Edition am kommenden Donnerstag den 2. September.

Auf Platz 13 landet in dieser Woche sie Superschurken-Komödie ICH-Einfach unverbesserlich, die mit weiteren 2,6 Mio. Dollar mittlerweile ein gesamtes Einspiel von über 236 Mio. Dollar erreicht- ein Vielfaches der Produktionskosten von 69 Mio. Wir dürfen gespannt sein, ob der Film aus dem Hause Universal Pictures ab Ende September auch an der deutschen Kinokasse diesen Erfolg wiederholt. Kinostart ist der 30. September 2010.

Gut 60% abgebaut hat der stereoskopische Tanzfilm StepUp 3D von Jon Chu. Während wir für den deutschen Start diese Woche ganz gute Zahlen erwarten (das Kleingeld wird gerade noch gezählt), ist der dritte Teil der StreetDance-Franchise in den USA nicht so brillant gelaufen, wie erwartet. Mit einem weiteren Einspiel von 1,2 Mio. Dollar erreichte der Film ein gesamtes Ergebnis von 39,7 Mio. Dollar- und seine Produktionskosten von 30 Mio Dollar sind wieder drin. Platz 18 diese Woche in den US-Kinocharts.

Und zu guter letzt sei die wie standhafte Zinnsoldaten erfolgreiche Spielzeug-Fortsetzung aus dem Hause Pixar Toy Story 3 erwähnt. In den USA liegt TS3 in der Animationsfilm-TopTen immer noch hinter Shrek 2, weltweit ist Toy Story 3 aber der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten, der an diesem Wochenende die Milliarde an der Kinokasse geknackt hat. Ein gute Million kam noch oben drauf, gesamt konnte die Toy Story über 405,7 Mio Dollar in den USA einspielen.

Zwar gibt es in dieser Woche keine neue 3D-Nummer-Eins, ihr könnt mir aber glauben: der 3D-Herbst an der Kinokasse wird heiß!



Pixars 3D-Animationshit Toy Story 3 durchbricht die Milliarde an der Kinokasse!

29 08 2010

Hättet ihr mich gefragt, hätte ich konservativer getippt. Disney/Pixars elfter Animationsspielfilm “Toy Story 3″ hat am Freitag Abend die Schallmauer der an der weltweiten Kinokasse eingespielten Milliarde durchbrochen. Damit ist das finale Kapitel der Spielzeugsaga von Regisseur Lee Unkrich und Produzentin Darla K. Anderson nicht nur der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten, sondern auch der siebterfolgreichste Spielfilm an der Kinokasse überhaupt! 40,5 % des Umsatzes wurde im US-Heimmarkt erzielt, die spielzeugverrückten Japaner haben mit über 10% beigetragen. Nur in Deutschland konnten Lotso, Buzz, Woody, Slinky und Rex aus mir unerklärlichen Gründen nicht so richtig durchstarten, hier kamen “nur” gut 14 Millionen aus Spielgeld-Konto.

Damit befinden sich in der weltweiten Top7 der besten Filme aller Zeiten mit AVATAR, Alice im Wunderland und Toy Story 3 bereits drei stereoskopische 3D-Filme. Und es fehlt nur noch ein bisschen Kleingeld aus Speckis Bauch, bis TS3 auch Christopher Nolans “The Dark Knight” von Platz 6 verdrängt. Wer hätte gedacht, dass Buzz irgendwann Batman fertig macht?

Bild © Disney/Pixar · Alle Rechte vorbehalten.



Jetzt auf ARTE in 3D – “Bei Anruf Mord” von Alfred Hitchcock und “Der Schrecken vom Amazonas” von Jack Arnold

28 08 2010

Heute ist Anaglyph-3D-Tag in Deutschland. Nach der BILD-Zeitung in 3D bringt wie berichtet ARTE heute zwei Kultklassiker aus den 50ern in 3D ins heimische Wohnzimmer. “Bei Anruf Mord” von Alfred Hitchcock und “Der Schrecken vom Amazonas” von Jack Arnold werden als anaglyphe 3D-Fassung in TV. Die Anaglyph-Technik ist derzeit die einzige Möglichkeit einem breiteren Publikum die 3D-Fassungen zu zeigen, da die Verbreitung von 3DTVs mit aktiven Brillen noch nicht flächendeckend in Deutschland angekommen ist. Aber viele sind ja gut versorgt, schließlich habe ich den letzten beiden Wochen 400 ARTE-3D-Brillen an meine Leser verschenkt.

Ich wünsche euch viel Spaß bei diesem außergewöhnlichen TV-Erlebnis! Bis gleich, auf ARTE. Hier zum Einstimmen nochmal der Trailer zum ARTE 3D-Tag:



Minister Guttenberg in 3D-Remake von Top Gun – Springer bringt heute BILD-Zeitung vollständig in 3D

28 08 2010

Heute ist in Deutschland 3D-Tag. Zwei bipolare Medien bringen heute exklusiven Content in stereoskopischem 3D- zum einen zeigt ARTE heute Abend die Kultklassiker “Bei Anruf Mord” von Alfred Hitchcock und Jack Arnolds “Schrecken vom Amazonas”, zum anderen erscheint heute wie berichtet die größte Tageszeitung Deutschlands als vollständige 3D-Ausgabe: die BILD-Zeitung.

Die Auflage von über 4 Millionen Exemplaren war an den Kiosken in meiner Umgebung am Morgen bereits weitgehend vergriffen. Der dritte Laden hatte noch Exemplare. BILD heute komplett in 3D! Alle Bilder wurden für diese Sonderausgabe in anaglyphe Raumbilder konvertiert. Und ich freue mich auf eine Ausgabe mit Berichten über das 3D-Kino, die neue Dimension im Film. Und was sehe ich auf der Titelseite. Verteidigungs-Minister Guttenberg im Kampfanzug und pomadierter Frisur (der Hightech-Helm in der Hand) vor einem Eurofighter, den er im Herbst auch mal befliegen will. Und ich dachte Karl Theodor wird der neue Tom Cruise in einem Top Gun-3D-Remake…

Und man lässt es sich nicht nehmen noch weiter Partiepolitik zu betreiben. Auf Seite zwei nochmal Guttenberg vorm Eurofighter und Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt den mächtigsten Schreibtisch Deutschlands. nein, nicht den von Kai Diekmann, sondern ihren eigenen. Deutschland-Flagge, PC und Monitor, zwei Telefone, Notizbuch von Sarkozy und Obstschale. Wahnsinn! In 3D! Auf Seite 6 nochmal große Politik, Berlins CDU-Chef Henkel erklärt, was in Berlin schief läuft. Das Volk wählt ihn nicht. Aber das war nicht gemeint.

Wo wir gerade bei Werbung sind, der gewählte Zeitpunkt ist nicht zufällig: nächste Woche startet mit der IFA in Berlin die weltgrößte Heimgeräte- und Elektronikmesse, die ganz im Zeichen von 3D steht. Und so hoffte man auf zahlungsfreudige Werbekunden, die allerdings tief in die Tasche greifen mussten. Inkl. MwSt. lag die Doppelseite für die BILD 3D bei knapp 1 Million Euro! Volkswagen, Möbel Höffner, LOTTO, Das Erste, Computer Bild und Kinder Überraschung haben sich Werbeplätze gekauft. Die Millionen-Eure-Seite wurde auch verkauft, Mediamarkt bewirbt ein Sony 3DTV-Package incl. 40″ 3DTV 3D-Playstation, 2 aktiven Brillen und der 3DBD “Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen” für schlappe 1999 €.

Doch bietet die BILD 3D leider keine Inhalte zu 3D-Filmen. Okay, zwei Werbeanzeigen, eine für Step Up 3D, eine für ICH-einfach unverbesserlich. Ein Hinweis auf die ARTE-Filme heute Abend. Und sie haben “3D-Papst James Cameron” eine Dummy-3D-Bild geschickt, mit kurzem Interview über die 3D-Hauptfragen.Ansonsten nichts über 3D-Film?! Ich bin enttäuscht. Das System Kino lässt sich mal wieder aussaugen, dabei ist es doch das Kino, was diesen Hype überhaupt erst möglich machte und dazu führte, dass es heute diese Sonderausgabe gibt. Und wo ist eigentlich das Interview mit Deutschlands bekanntestem 3D-Film-Blogger und Chefredakteur von DigitaleLeinwand.de?

Was gibt es sonst noch? Michelle Hunziker ist neu verliebt in 3D, neue Show im Friedrichstadt-Palast in 3D, Fortsetzung der Ärzte-Serie (schon wieder 3D-Brüste), alte stereoskopische Fotos von Berlin inkl. Hitler in 3D, Udo Lindenberg und das krebskranke Kind Lisa in 3D, 3D-Bilder aus der Tornado- und Grubenhölle, 6 Seiten Stereo-Sport, ein 3D-Heimbesuch bei Wolfgang Joop und stereoskopische Lokal- und Regionalnachrichten.Das noch in der Dummy-Ausgabe auf der Titelseite babusige Mädchen von nebenan mit den 3D-Brüsten und entsprechendem Wortwitz hat man weit nach hinten verbannt.

Am vergangenen Mittwoch versuchte die Berliner Zeitung mit einer 24-seitigen 3D-Beilage die erste 3D-Printzeitung Deutschlands zu sein. Doch kamen sie mit welliger Brille und leider auch keinen Artikeln über das 3D-Kino, nur 3DTV wegen der Anzeigenkunden. Die 24 3D-Seiten bestanden auch 13 Seiten Werbung, 6,5 Seiten Bildern und 4,5 Seiten Text. Die BILD hat es wenigstens konsequent durchgezogen und die ganz Ausgabe in S3D gebracht, wenn auch in historischer 3D-Anaglyph-Technik. Doch anders geht es eben bei Printerzeugnissen nicht. Und das fachliche Ergebnis ist durchaus amtlich, zwar muss man sich die 3D-Brille erst noch zurrechtschneiden und kann sie aufgrund fehlender Bügel nicht aufsetzen, die Stereo-Bilder funktionieren aber durchaus gut, trotz des billigen Papiers und der regulären Drucks.

Eines muss sich euch aber lassen, Redakteure der BILD. Während im 3D-Dummy noch alle Formulierungen in hässlichen “3-D” geschirben waren, habt ihr den unnützen Bindestrich in eurer Ausgabe gekillt. Das sieht nicht nur besser aus (der Grafiker wird es euch gedankt haben), sondern entspricht auch dem heutigen Verständnis, in dem keine Filmproduktion mehr “3-D” schreibt, das machen nur noch unwissende Neulinge und sturköpfige Printjournalisten.

Und wer jetzt noch nicht genug hat, wechselt einfach zu Bild.de, wo es weiteren 3D-Content gibt. Von Klitschko, Netrebko und Blondine Daniela Katzenberger mit freizügiger Fotostrecke und 3D-Video. Natürlich auch in Anaglyph-3D mit der beiliegenden Brille in Rot/Cyan zu betrachten.

HINTER KLITSCHKOS FAUST STECKEN 430 KILO

DANIELA KATZENBERGER: Was ist der Unterschied zwischen 3D und Doppel-D?

Und Shakira performt dern WM-Song Waka Waka in 3D

Und wem das zu trashig ist: heute Abend ARTE! :-)