Das von der BKM vorgestellte Zwei-Säulen-Modell der Kino-Digitalisierung fand eine öffentliche Anhörung im Ausschuss für Kultur und Medien im Bundestag, bei der sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann allerdings durch MinisterialDirigent Hans-Ernst Hanten vertreten ließ. Erstmals wurden Details über den Verleiher-Anteil bekannt gegeben, wenn auch das Gesamtkonzept und der Beitrag der Filmverleiher weiter unbeantwortet blieb. VdF-Geschäftsführer Johannes Klingsporn sieht eine Unterstützung über eine Virtual Printfee vor, mit der die sogenannten „Marktkinos“ gefördert werden. Dieser erste Säule macht etwa 2500 Leinwände in Deutschland aus. Mit dem nicht verbrauchten Anteil von 18 bis 22 Mio. Euro sollen der Förderung der 1200 sogenannten „Kriterienkinos“ dienen, der zweiten Säule.

Allerdings liegt das Modell der Virtual Print Fee noch zur Prüfung bei der EU, die es zunächst nicht abgewiesen haben, aber eine weitere Überprüfung durch das Bundeskartellamt empfehlen. Denn keine der beiden Säulen dürfe Drittanbietern die Geschäftsgrundlage entziehen.

Es gibt weiterhin keinen Zeitplan für eine Lösung der Finanzierung, was den Markt für die Kinos weiter schwierig gestaltet, die nicht im Zuge des 3D-Motors ihre Kinos auf digitale Projektionen umgestellt haben.

In Zeiten der Finanzkrise ist eine flächendeckende Finanzierung ein nicht unerhebliches Problem. Es sei erwähnt: First Mover-Kinos, die bereits im letzten Jahr zu Ice Age 3 ihr Kino auf digitale Projektion umgerüstet haben, konnten mit wenigen großen Film die Kosten bereits vollständig amortisieren. Warten auf Verbände ist halt ein langwieriges Thema.

Fortsetzung folgt. Vermutlich erst nach der Sommerpause.

Wie ihr bereits gelesen habt, befindet sich Oger Shrek derzeit auf Deutschland-Tour. Bereits in der letzten Woche eröffnete der der grüne Held aus dem kommenden 3D-Blockbuster „Für immer Shrek“ (Filmstart 30. Juni 2010) inmitten einer Schar Berliner Schüler das Kiez-Kino Alhambra im Wedding. Der Grund war die offizielle Umbenennung des Hauses in „Cineplex Alhambra“, und die damit dokumentierte Zugehörigkeit zu einer der erfolgreichsten Kino-Marken in Deutschland- und der mittlerweile zweitgrößten Kinogruppe Deutschlands.

Nicht schlecht gestaunt habe ich, als ich mehr zufällig am Kino vorbeifuhr: Dem Anlass entsprechend präsentiert sich das Haus zur Zeit im kompletten Shrek-Design.
Die gewaltige Glasfassade ist mit überdimensionalen Shrek-Charakteren beklebt und auf dem Dach sind riesige, grüne Shrek-Ohren montiert. Die komplette Innenbeleuchtung wurde ausgetauscht und wenn es dunkel wird, dann erstrahlt die Seestraße/Ecke Müllerstraße komplett in grünem Licht. Noch bis Ende Juli wird sich das Kiez-Kino so präsentieren und seine Besucher willkommen heißen.

Das Alhambra-Kino hat in seiner fast 100-jährigen Tradition vom Stummfilm bis zur Einführung von DIGITAL 3D alle wichtigen Kapitel der Kino-Geschichte mitgeschrieben und blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Nach einem 6 Jahre dauendem Kampf wurde das Haus aus der Insolvenz gerettet und inzwischen wieder auf Erfolgskurs gebracht. Geschäftsführer Günther Mertins: „Wir sind immer noch dabei, insgesamt 1 Mio. € ins Kino Alhambra zu investieren z. B. in die Ausstattung aller Säle mit 3D-Technik und die Modernisierung und Renovierung des Kinos vom Keller bis zum Dach.“

Die Programmauswahl im Cineplex Alhambra ist familienorientiert und neben den großen Blockbustern werden einzelne Gruppen zielgenau versorgt. So gibt es die Frauenreihe„Ladies First“, die Männerreihe „Echte Kerle“ und für die reiferen Besucher das „Filmcafe“. Geschäftsführer Günther Mertins: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein breites und zielgruppengenaues Unterhaltungsprogramm anzubieten. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf dem Familien- und Jugendbereich. Dafür haben wir unsere Reihen „4Teens“ und den „Cineplex Kinderclub“ ins Leben gerufen.“

Günther Mertins: „ Die Kinos verstehen sich heute nicht mehr als bloße Abspielstätten. Der Gast möchte mehr in seiner Freizeit erleben und wir haben die Möglichkeit, ihm sowohl räumlich als auch technisch die perfekte Location zu bieten.“

Für Aufgeweckte gibt es zukünftig das „Frühstückskino“, das regelmäßig morgens um 06.00 Uhr -begleitet von Croissant und Kaffee- die neuesten Kinofilme der Woche präsentiert. Eine Klassikreihe „Große Filme auf großer Leinwand“ wird es nach den Sommerferien geben. Aber auch der so genannte alternative Content wird eine Rolle spielen: Live-Übertragungen von Konzerten, Opern- und Fußballveranstaltungen sind geplant, so wird es zum Beispiel neben den Fußballübertragungen während der WM auch das erste deutsche 3D-Live-Konzert der „Fantastischen Vier“ geben.

Die Cineplex-Gruppe ist eine Vereinigung selbständiger Kinounternehmen in Deutschland und nach Besuchern bzw. Umsatz die zweitgrößte Kinogruppe bundesweit. Sechs Häuser mit 30 Leinwänden und insgesamt 250 Mitarbeitern gehören in Berlin zur Gruppe und avancierten im Jahr 2009 mit 1,4 Mio. Besuchern zu einem der größten Kinobetreiber der Stadt. In Berlin gehören zur Gruppe: das Adria Filmtheater, das Cinema, das Karli, das Cineplex Spandau, das Cineplex Titania, und das Cineplex Alhambra.

DigitaleLeinwand.de gratuliert dem Sieben-Sterne- Cineplex Alhambra zur Umbenennung und wünscht alles Gute für die das digitale 3D-Kino-Zeitalter!

Bilder © Cineplex Alhambra/ Paramount Pictures · Alle Rechte vorbehalten.

Gestern gab es an dieser Stelle bereits die ersten Szenenbilder aus Disneys neuem Weihnachtsmärchen „Rapunzel- Neu Verföhnt“, heute gibt es für den stereoskopischen 3D-Animationsfilm den ersten Trailer. Der erfolgreichste Dieb des Landes flüchtet sich ausgerechnet in Rapunzels Turm- und hat dabei die Rechnung ohne die Haare, äh, Rapunzel gemacht. Denn starke Prinzessinnen stehen im Gender-Mainstreaming-Programm auch bei Disney ganz oben.

Der Teasertrailer gewährt einen ersten Einblick in die filmische Qualität, die doch solide, aber eher klassisch angelegt zu sein scheint. Und wer Referenzen an Robin Hood, Prince of Persia oder Shrek Teil 2 (man achte auf das noble Ross und den Puss in Boots- Schmachtblick) findet, liegt damit sicherlich nicht falsch.

„Rapunzel- Neu verföhnt“ startet am 16. Dezember 2010 in den deutschen stereoskopischen 3D-Kinos.

Und hier der erste Teasertrailer- auf zum Kampf der Geschlechter:

Lena Meyer-Landrut, die Ende Mai den Eurovision Song Contest gewonnen hat, taucht direkt in ihr nächstes Abenteuer: An der Seite von Matthias Schweighöfer und Axel Stein spricht sie das Schildkröten-Mädchen Shelly in dem animierten stereoskopischen 3D-Film „Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage“. Gestern endeten in Berlin die Aufnahmen am Mikro. Ihr Leinwandpartner Matthias Schweighöfer ist ebenfalls zum ersten Mal als Synchronsprecher tätig und spricht die Titelfigur Sammy. Comedian Axel Stein spricht Sammys besten Freund Ray, als gutmütige Krake Slim ist Musiker Achim Reichel zu hören.

Lena Meyer-Landrut kommentiert ihr Kinodebüt mit den Worten: „Zu sprechen wie eine kleine süße Schildkröte hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Das war eine tolle erste Erfahrung als Synchronsprecherin – und mit Sammy und Ray hatte ich wirklich eine gute Zeit.“ Auch Matthias Schweighöfer freut sich über sein Synchrondebüt: „Ich freue mich total, dass ich zum ersten Mal vor dem Synchronmikro stehe – und dann auch noch als Schildkröte wie Lena und Axel! Großartig!“ Und Axel Stein ergänzt: „Ich habe ja schon einige witzige Tiere und Charaktere synchronisiert, aber Ray gefällt mir besonders, weil er so eine entspannte Haltung hat. Er ist eine echt coole Schildkröte.“

Die Synchronsprecher von Sammys Abenteuer - Auf der Suche nach der geheimen PassageEIMEN PASSAGE

Die Synchronsprecher von Sammys Abenteuer - Auf der Suche nach der geheimen Passage Matthias Schweighöfer, Lena Meyer-Landrut und Axel Stein

Über SAMMYS ABENTEUER: Der Meeresschildkröterich Sammy hat es faustdick unter dem Panzer. Schon kurz nach seiner Geburt rettet er nicht nur sich, sondern auch die süße Shelly vor einer angriffslustigen Möwe. Keine Frage, Shelly und er gehören ab nun für immer zusammen! Dumm nur, dass sie gleich wieder voneinander getrennt werden und die Ozeane so riesig sind. Doch Sammy hofft, seine geliebte Shelly eines Tages wieder zu finden, und schwimmt los. Dabei freundet er sich mit der coolen Schildkröte Ray an, die für eine leckere Qualle alles andere vergisst. Auch Krake Slim und Katze Fluffy begleiten Sammy auf seiner abenteuerlichen Suche um die Welt.

SAMMYS ABENTEUER kommt am 28. Oktober 2010 in Deutschland und Österreich in die Kinos – natürlich in stereoskopischem 3D.

Bild © Kinowelt · Alle Rechte vorbehalten.

Vom Werbeclip über Actionfilme hin zu Family-Entertainment- Zack Snyder bringt mit „Die Legende der Wächter“ seinen ersten CGI-Film ins Kino- und gleichzeitig seinen ersten S3D-Film. Ganz frisch gibt es einen zweiten Trailer für die Kampfeulen-Saga (den ersten Teaser kann man hier nochmal sehen).

Das Autoren-Team John Orloff („Band of Brothers“) und John Collee („Happy Feet“, „Master And Commander“) schrieb das Drehbuch auf der Basis der ersten drei Bücher von Kathryn Laskys 15 Romane umfassenden Fantasy-Reihe „Legend of the Guardians: The Owls of Ga’Hoole“. Der Film erzählt die Geschichte der jungen Schleiereule Soren, die von bösartigen Eulen des vermeintlichen Waisenhauses St. Aggie entführt wird. Junge Eulen werden dort einer Gehirnwäsche unterzogen und zu Kriegern herangezüchtet. Doch Soren und seine Freunde wollen von der Insel Ga’Hoole fliehen, um sich der noblen und weisen Gruppe der Wächter anzuschließen- um mit deren Hilfe die Armee von St. Aggie zu besiegen.

Kriegerische Kampfeulen sind ein merkwürdiger Plot, aber wenn der Film optisch hält, was der Trailer verspricht, wird es ein ansprechender Film. Deutscher Kinostart ist der 14. Oktober 2010, und natürlich wird der Film in stereoskopischem 3D zu sehen sein.

Hier der zweite Trailer für „Die Legende der Wächter“:

Vieles im S3D-Land ist Neuland, und so brauchen wir die Wissenschaft, die viel erforscht und Wissen schafft. Wer als Versuchsperson an einer Studie zu 3D-Filmen teilnehmen möchte und im Raum Potsdam-Berlin wohnt, möchte bitte diese Studie unterstützen und teilnehmen:

Die HFF Potsdam-Babelsberg sucht für die Durchführung einer Real-Time-Response-Messung Probanden, die den an der HFF produzierten 3D – Kurzfilm „Topper gibt nicht auf“ anschauen und bewerten.

Die Messmethode des RTR-Verfahrens (Real-Time-Response) funktioniert nach einer Echtzeitbewertung durch die Teilnehmer, indem diese ihre Bewertung des jeweiligen Films mittels eines Drehreglers (mit einer Skala von 0 – 100) während der Sichtung abgeben können.

Unser Studien- und Forschungsprojekt PRIME (www.prime3d.de) möchte in diesem Zusammenhang Erkenntnisse über die Akzeptanz von 3D-Filmen sammeln und bittet um Unterstützung. Im Anschluss an die Filmvorführung wird eine Gruppendiskussion zum Film stattfinden. Die Dauer der Vorführung und der Diskussion beträgt insgesamt 90 Minuten. Veranstaltungsort ist die HFF, Marlene-Dietrich-Allee 11, 14482 Potsdam.

Die Studie wird an zwei Terminen durchgeführt: Mittwoch der 23. Juni um 12:30 Uhr sowie um 15:30 Uhr.

Für Rückfragen und Anmeldung wendet ihr euch bitte telefonisch An Jesko Jockenhövel unter der 0331/6202-290 oder j.jockenhoevel@hff-potsdam.de

Ich freue mich über eure Unterstützung!

In den USA hat man den CGI-Animationsfilm von „Rapunzel“ in „Tangled“ umbenannt, um die männliche jugendliche Zielgruppe nicht mit Märchenfilmen abzuschrecken. In Deutschland bleibt man bei „Rapunzel“, hat aber den Untertitel „Neu verföhnt“ hinzugefügt. Hä? Neu verföhnt? Da war wohl wieder der Wortspielkönig am Werk, mischt man verfilmen und das bei Rapunzel natürlich unerlässliche Haareföhnen zu einem neuen Kunstwort. Oder ist die verföhnte Rapunzel gar ein verwöhntes Prinzesschen? Die Antwort werden wir spätestens am 16.12.2010 erfahren, wenn der Film aus dem Hause Disney Animation in unseren stereoskopischen 3D-Kinos startet. Regie führte übrigens Byron Howard, der für Disney bereits den 3D-Film „Bolt“ im Jahr 2009 umsetze, unterstützt von Nathan Greno.

Nicht so lange warten müsst ihr auf die ersten Bilder aus dem Film, die gibt es schon jetzt und hier. Ein paar Motive der Concept Art waren schon bekannt, der Film sollte einen märchenhaften, pastelligen Look bekommen:

Eine Herausforderung, diesen Look in 3D umzusetzen. Und so fallen die Szenenbilder (bisher?) nicht so opulent aus, was natürlich auch daran liegt, dass man uns Szenen mit den Charakteren und keine Landschafts-Totalen präsentiert:

Eine Synopsis zum Film wurde ebenfalls veröffentlicht, die ich an dieser Stelle mal unkommentiert und im Original bringe:

When the kingdom’s most wanted—and most charming—bandit Flynn Rider (voice of Zachary Levi) is taken hostage by Rapunzel (voice of Mandy Moore), a feisty teen with 70 feet of golden hair who’s looking for her ticket out of the tower where she’s been locked away for years, the unlikely duo sets off on a hilarious, hair-raising escapade filled with adventure, heart, humor and hair—lots of hair.

Bilder © Disney Animation · Alle Rechte vorbehalten.

Bereits zum zehnten Mal findet SHORTMOVES – das internationale Kurzfilmfestival in Sachsen-Anhalt – statt. Unter allen Filmen, die an den beiden Festivaltagen am 17. und 18. September 2010 laufen, wird unter anderem ein Preis der Kunststiftung Sachsen-Anhalt vergeben, der mit 1.000,- € dotiert ist. Das Team von SHORTMOVES ruft alle Kurzfilmschaffenden dazu auf, ihre eigenen Produktionen beim internationalen Kurzfilmfestival in Halle (Saale) einzureichen. Einsendeschluss für die, ausnahmsweisen ganz analogen Einreichungen, ist der 30. Juni 2010.

Ob es ein Film in die engere Auswahl schafft, hängt bei SHORTMOVES nicht so sehr von der Ausrüstung oder Professionalität der Filmemacher ab. Viel wichtiger sind leidenschaftlich und engagiert erzählte Geschichten, innovativ eingesetzte Techniken und ungewöhnliche Ideen. Die Stärke von Kurzfilmen – das reduzierte und fokussierte Erzählen in zeitlich begrenztem Rahmen – soll beim Festival in Halle deutlich sichtbar werden. Inhaltlich sind den Filmemachern dabei keine Grenzen gesetzt. Im letzten Jahr reichte das Spektrum der Einsendungen von visualisierter schweizerischer Poesie bis zu einem Ballett eines sterbenden Waldes. Die einige Beschränkung bei SHORTMOVES betrifft die Länge der Filmstreifen. Maximal 15 Minuten sind erlaubt.

Sehr willkommen sind bei SHORTMOVES auch Beiträge, die jenseits deutscher Grenzen
entstanden sind. In den letzten Jahre erreichten uns Einsendungen aus Mexico, Neuseeland oder Australien. Diese Vielfalt soll auch weiterhin erhalten bleiben, weswegen sich der „Call for Entries“ explizit auch an ausländische Filmemacher richtet.

Wer es mit seinem Kurzfilm in die engere Auswahl des Festivals schaffen will, der sollte sich so schnell wie möglich online bei www.shortmoves.de das Anmeldeformular herunterladen. Rund 20 Beiträge werden an den beiden Festivaltagen gezeigt. Diese Kurzfilme sind dann auch für die zwei Festivalwettbewerbe nominiert und kämpfen um Jury- und Publikumspreis. Den Gewinnern winkt ein attraktives Preisgeld und allen anderen Kurzfilmbegeisterten ein Abend von hoher cineastischer Qualität.

Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Webseite www.shortmoves.de und natürlich auf Facebook und Twitter @shortmoves.

Ladies and Gentlemen, start your Entries!

Nach den ersten Entdeckungen des stereoskopischen 3D-Film-Zeitalters setzte James Camerons „AVATAR- Aufbruch nach Pandora“ Maßstäbe nicht nur an der Kinokasse, sondern definierte erstmal den Standard für das 3D-Kino. Und es gibt diverse Stolpersteine, die der Stereographer zusammen mit Regisseur und Kameramann hoffentlich löst, von der Tiefenebene der Untertitel bis zu Schärfeverlagerungen innerhalb einer Szene. Das absolute Negativbeispiel der neueren 3D-Film-Geschichte, Louis Leterriers Remake von „Kampf der Titanen“, zerstörte nicht nur einen spannenden 3D-Filmgenuss, sondern entfachte auch wieder die Diskussionen um schnelles Geld mit dem 3D-Hype auf Kosten der Qualität.

Und wie es mit Hypes so ist, derzeit hängt sich jeder dran. Von der kommenden BILD-Zeitung in 3D, dem Boom der 3DTVs, den aufgrund nicht annehmbarer Qualität geplatzten 3D-Viewings der Fußball-WM in Südafrika- jeder will derzeit Geld verdienen, und nimmt in Kauf, dass aufgrund schlechter Qualität das gesamte Thema S3D zu Disposition steht.

Es gibt reichlich Handlungsbedarf: Angefangen von gehuschten nachträglichen Konvertierungen wie Clash of the Titans (und wir werden im nächsten Jahr noch diverse Konvertierungen sehen), dem Aufreger der Dimension 3 in Paris, der 3D-Fernseher von Samsung, der automatisiert 2D-Inhalte in 3D-Bilder – on the fly und in entsetzlicher Qualität- konvertiert, anaglyphe Schrecken jeglicher Art und auch Kinos, die zerkratzte oder schmutzige Brillen ausgeben und ihren 3D-Projektor einfach nicht korrekt bedienen können.

Anlässe gibt es genug, aber wie löst man diese Probleme. Das Innovationsforum in Halle erreichte bereits mit seinem Kickoff diese Diskussion und bietet heute einen Workshop zum Themenfeld mit drei Panels. Im ersten Block wird es die Goldenen Regeln der Stereoskopie gehen, man möchte die Grundlagen eines guten S3D-Films festhalten. Nicht dass wieder Journalisten mit Kenntnissen aus den 80ern über Anaglyphbrillen und Kopfschmerzen sprechen. Der Filmemacher soll Anlass für eine Diskussion des Films geben, nicht um schlechte Kamera- oder PostPro-Arbeit. Eigentlich handelt es sich um spannende Zeiten, alle Regisseure lernen derzeit ein neues Kapitel ihres Handwerks- und schaffen eine neue Form- und Bildsprache. Schön, wenn ich zukünftig darüber lesen darf.

Der zweite Block beschäftigt sich dem 3D-TÜV fürs Kino: zu dunkle Bilder, Farbverfälschungen oder Unschärfen dürfte jeder bereits gesehen haben. Für mich gibt es noch eine Menge anderer Ärgernisse in den den 3D-Kinos: zerkratzte oder schmutzige Brillen, vergessene Vorfilme, intransparente Preisstrukturen, Brillenkaufzwang, miserabel justierte Doppelprojektionen, ausgefallene Previews aufgrund fehlerhafter KDM-Schlüssel (siehe auch den Artikel Fuck 3D).

Im dritten Block des heutigen Workshops widmet sich den Kleinsten. Die gesteigerte Immersion bei 3D-Filmen ist für Kinder durchaus von Bedeutung. Plötzlich frisst in Ice Age 3 der Tyrannosaurus Rex nicht nur das Faultier, sondern bedroht auch, aus der Leinwand entgegengestreckt, das Publikum. Family-Entertainment ist ein beliebtes Anwendungsfeld für 3D-Filme, eine erste Studie über die Wirkung auf Kinder wurde gerade von der HFF in Potsdam fertiggestellt. Erfordern 3D-Filme andere Empfehlungen bei der Freiwilligen Selbst-Kontrolle (FSK)?

Gerade bei 3D-Filmen, die einen großen Wert auf das optische Erleben des Films setzen, fallen optische Fehler deutlich auf. Statt eines „TÜVs“, also einer technischen Überwachung, favorisiere ich hingegen ein Gütesiegel, das den Einsatz von 3D nicht nur unter technischen, sondern auch unter gestalterischen und Erleben-Aspekten betrachtet. Wichtig ist der 3D-Genuss für den Zuschauer- und der sollte unabhängig von der eingesetzten Technik und der Projektion im jeweiligen Kino immer optimal sein. Mit meiner Bewertung der 3D-Filme innerhalb der Filmprofile biete ich das auf DigitaleLeinwand.de ja in kleiner Form an, getrennt nach filmischen Genuss (denn auch ein schlechter Film wird durch den Einsatz von 3D kein gutes Werk) und der 3D-Bewertung.

Ich hoffe, dass sich heute in Halle ein paar engagierte Mitstreiter für das Thema finden und angeregt über die Organisationsform diskutiert wird. Apropos: Welche Notwendigkeit seht ihr für ein 3D-Gütesiegel? Welche Punkte sollten unbedingt bei der Bewertung berücksichtigt werden? Ich freue mich auf eure Meinung.

Constantin brachte bereits zwei Teasertrailer (siehe hier und auch hier) und Szenenfotos für den ersten deutschen 3D-CGI-Kinofilm „Konferenz der Tiere“ unter die Menschen, nun folgt das erste Teaserplakat. Nach den ernsten ersten Tönen und den etwas klamaukigen zweiten, schießt man sich in der Kommunikation nun anscheinend auf einen Tierfilm ein.

Konferenz der Tiere startet am 7. Oktober 2010 in den bundesdeutschen 3D-Kinos.

Hier das Teaserplakat, bei dem ich irgendwie immer an die Hauptdarsteller von Melman aus „Madagascar“, der namensgebende „Horton hört ein Hu!“, Sid aus „Ice Age“ und den tasmanischen Teufel aus den Bugs Bunny-Cartoons denken muss: